Im Gespräch mit Philipp Erik Breitenfeld, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Humanus Personalservice GmbH

Philipp Erik Breitenfeld ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Humanus Personalservice GmbH in Nördlingen – einem Unternehmen, das mit Standorten in Deutschland, Österreich, Osteuropa, Spanien und Portugal den Fachkräftemangel in verschiedenen Branchen mit mobilen EU-Mitarbeitern löst. Was mich an Philipp schon länger fasziniert: sein Team ist hochmotiviert und engagiert – und Humanus gehört zu den Pionieren, die KI seit mehreren Jahren aktiv und konsequent im eigenen Unternehmen einsetzen. Genau das ist der Ausgangspunkt unseres Gesprächs.

Philipp ist überzeugt, dass wir uns gerade in einem der größten und schnellsten Wandelprozesse befinden, den er in seinen über 25 Jahren Berufsleben erlebt hat. Besonders kaufmännische und verwaltende Berufe werden sich durch KI und Automatisierung fundamental verändern. Gleichzeitig wird Flexibilität zur zentralen Kompetenz des Menschen – und Führung zur entscheidenden Aufgabe, Menschen auf diesem Weg mitzunehmen.
Das Herzstück unseres Gesprächs ist das, was Humanus selbst gebaut hat: einen KI-gestützten Interview-Client, der Bewerber aus elf Ländern in elf Sprachen vorqualifiziert – vollautomatisiert, auch am Wochenende. Bis zu 2.000–3.000 Calls an einem Sonntag. Am Montag weiß das Team bereits, welche 50 von 800 Bewerbern am besten auf die Kundenbedürfnisse passen. Philipp nennt es treffend: Geschwindigkeit und Qualität als Gamechanger. Und er zeigt dabei, was viele vergessen: Speed schafft Begeisterung – schon der erste Kontakt mit Humanus vermittelt dem Bewerber: „Die haben ihre Prozesse im Griff.“

Gleichzeitig ist er ehrlich über die Schattenseiten: Es gibt bis heute kein integriertes KI-Betriebssystem für den Mittelstand. Philipp arbeitet mit 18 verschiedenen Dienstleistern für drei durchgängige Prozesse. Eine echte Marktlücke – und zugleich ein realistisches Bild davon, was KI-Pionierarbeit heute noch bedeutet.
Besonders wertvoll finde ich den Teil unseres Gesprächs über den Menschen in der Transformation. Was passiert emotional, wenn Teile der eigenen Arbeit von KI übernommen werden? Philipp gibt klare Antworten – und teilt, wie Humanus seine eigenen Mitarbeitenden durch den Wandel geführt hat, ohne jemanden zurückzulassen.
Sein Rat an CEOs, die sich fragen, ob ihr Unternehmen emotional bereit für KI ist, bringt es auf den Punkt: Führe absolute Klarheit. Auch wenn sie wehtut. Wer Hiobsbotschaften zurückhält, verliert das Vertrauen seiner Belegschaft. Wer sie offen und mit Lösungsangeboten kommuniziert, schafft Orientierung – und Engagement.

Diese Folge ist der Auftakt meiner neuen Serie „KI und Engagement“ – und gleichzeitig die Grundlage für mein neues Buch zu diesem Thema. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!