Im Gespräch mit Andy Muthmann, Mitgründer und Geschäftsführer von croit, München

Andy Muthmann ist Mitgründer und Geschäftsführer von croit, einem mittelständischen IT- und Softwareunternehmen aus München, das Kunden bei der Vereinfachung ihrer Speicherinfrastruktur unterstützt. Das Besondere: croit arbeitet mit einem virtuellen globalen Team – ein Modell, das durch Corona entstanden ist und das Unternehmen seitdem prägt.
Dieses Interview ist Teil meiner neuen Serie „KI und Engagement“, die die Grundlage für mein kommendes Buch (Arbeitstitel: KI und Engagement) bilden soll. Und Andy Muthmann ist dafür ein idealer Gesprächspartner – nicht als Theoretiker, sondern als jemand, der KI täglich im eigenen Unternehmen lebt, testet und weiterentwickelt.
Am Anfang steht die nüchterne Beobachtung: KI ist gekommen, um zu bleiben – und die Entwicklung ist so rasant, dass selbst Experten Schwierigkeiten haben, fünf Jahre vorauszudenken. Was das für den Fachkräftemangel bedeutet, ist dabei eine Sowohl-als-auch-Geschichte: Volkswirtschaftlich bleibt das strukturelle Defizit bestehen. Für einzelne Unternehmen aber – das zeigt croit eindrucksvoll – muss das nicht so sein. Wer seinen Arbeitsmarkt öffnet und KI als Produktivitätsverstärker einsetzt, kann anders aufgestellt sein als der Wettbewerb.
Was mich im Gespräch besonders bewegt hat, ist Andy Muthmanns persönliche Beobachtung: Durch KI schafft er täglich mehr, denkt schneller in Anschlussfragen – und spricht dadurch mehr mit seinen Kollegen, nicht weniger. Das ist ein bemerkenswerter Kontrapunkt zur verbreiteten Befürchtung, KI entmenschliche die Arbeit.
Gleichzeitig ist er ehrlich: Angst ist real. Viele Mitarbeitende erleben KI-Transformation als Bedrohung. Und er nennt klar, was dann gefragt ist: das Handwerk des Change Managements – Leuchtturmprojekte aufsetzen, Mitarbeitende einbeziehen, interne AI Ambassadors schaffen, die als Multiplikatoren wirken.
Besonders spannend finde ich seine Antwort auf die abschließende Frage, ob KI die Arbeitswelt menschlicher machen könnte. Seine Hypothese: Weil KI-Modelle stets höflich und zugewandt kommunizieren, könnte das über die Zeit auch das menschliche Kommunikationsverhalten beeinflussen. Ein Gedankenexperiment – aber kein unplausibles.
Wer sich fragt, wie man KI-Transformation so gestaltet, dass Engagement gestärkt statt geschwächt wird: Diese Folge bietet konkrete Denkanstöße aus der Praxis eines Unternehmens, das genau das versucht.